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Was Brand Guidelines leisten müssen

  • Autorenbild: Kim Peisser
    Kim Peisser
  • 18. Juni
  • 3 Min. Lesezeit

Über den Unterschied zwischen einem Farbsheet und einem Werkzeug, das eine Marke tatsächlich trägt.




Starke Brand Guidelines entscheiden mit


Starke Brand Guidelines – also die strategisch definierte Markenrichtlinie eines Unternehmens – entscheiden mit darüber, wie professionell und konsistent eine Marke funktioniert. Intern wie extern. Trotzdem reicht die Vorstellung davon bei vielen wachsenden Unternehmen nicht weiter als bis zu einem Dokument mit Farbwerten, Logo und Schriftarten. Mit den heutigen KI-Tools, so der naheliegende Gedanke, lässt sich so etwas ohnehin in wenigen Minuten selbst zusammenstellen.


Doch wer Brand Guidelines auf Farbwerte reduziert, erkennt den eigentlichen Vorteil nicht: Sie sind kein Nachschlagewerk für Designelemente, sondern ein Steuerungsinstrument für die gesamte Markenwirkung. Über jeden Kanal, jeden Mitarbeiter, jede Anwendung hinweg. Das gilt für wachsende KMUs und Expert:innen im DACH-Raum genauso wie für Pharma- und Healthcare-Unternehmen, die ihre Kommunikation über mehrere Touchpoints und Partner hinweg konsistent halten müssen.



Was Brand Guidelines leisten müssen und warum das mehr ist als CI


Guidelines, die im Alltag tatsächlich genutzt werden, gehen weit über visuelle Eckdaten hinaus. Sie brauchen präzise Informationen zur Umsetzung der verschiedenen Marken- und Marketingelemente, maßgeschneidert auf den tatsächlichen Bedarf des Unternehmens. Ein vollständiges Set deckt typischerweise ab:

  • Tonalität: wie die Marke spricht, in welchem Register, mit welcher Haltung

  • Strategische Zielgruppenausrichtung: für wen kommuniziert wird und worauf es bei dieser Zielgruppe ankommt

  • Bildstil: welche Bildsprache zur Marke passt und welche nicht

  • Konkrete Anwendungsbeispiele: vom Social-Media-Post bis zur Geschäftsausstattung


Wie maßgeschneidert das sein kann, zeigt sich am Bedarf: Ein Unternehmen, das aktiv auf LinkedIn Akquise betreibt, profitiert von Guidelines, die konkrete Vorgaben zu Tonalität und Posting-Stil enthalten, bis hin zu fertigen Vorlagen für die Umsetzung. Generische Richtlinien ohne diesen Bezug zur tatsächlichen Anwendung bleiben Theorie. Wir entwickeln für jede Marke passende Templates, die sich direkt einsetzen lassen.

So haben wir es etwa für Thomas Laszlo vom Notfallhandbuch umgesetzt: Die Guidelines greifen gezielt sein LinkedIn-Kapitel auf, in Tonalität und Design. Daraus entsteht eine Basis, auf der nicht nur die interne Arbeit aufbaut, sondern auch die Zusammenarbeit mit externen Partnern – ohne dass jedes Mal neu erklärt werden muss, wie die Marke kommuniziert.


In unseren Projekten arbeiten wir oft mit dualen Formaten: digital fürs Tagesgeschäft, gedruckt fürs Onboarding neuer Mitarbeiter oder für Gespräche mit externen Partnern.



Was passiert, wenn Guidelines fehlen


Ohne klare Richtlinien beginnt mit dem Wachstum eines Unternehmens fast immer dieselbe Entwicklung: Inkonsistenz schleicht sich ein. Verschiedene Personen treffen verschiedene Gestaltungsentscheidungen, weil es keinen verbindlichen Rahmen gibt. Daraus entsteht Verunsicherung. Nach innen, weil niemand genau weiß, was gilt, und nach außen, weil der Markenauftritt von Kanal zu Kanal unterschiedlich wirkt.



Branding für wachsende Unternehmen: Der Zeitpunkt zählt


Brand Guidelines für ein kleines, stabiles Unternehmen unterscheiden sich von denen für ein Unternehmen, das aktiv skaliert. Im Wachstum übernehmen mehr Personen Markenentscheidungen, es kommen neue Kanäle und neue Zielgruppen hinzu, und die Vision des Unternehmens verändert sich. Die Richtlinien müssen diese Entwicklung abbilden können.


Entscheidend ist der Zeitpunkt: Gerade für KMUs in Österreich und im DACH-Raum, die ihre Kommunikation skalieren wollen, sind verbindliche Markenrichtlinien ein strategischer Hebel und entfalten ihren Wert vor oder während der Wachstumsphase, nicht nachträglich, wenn Inkonsistenzen bereits entstanden sind und korrigiert werden müssen.



Brand Guidelines als Teil der Premium-Wahrnehmung


Starke Guidelines sind kein administratives Dokument, sondern Teil dessen, was eine Premium-Marke ausmacht. Unternehmen mit echtem Qualitätsanspruch in der Außenwirkung brauchen sie zwingend – gerade weil generative KI-Tools mittlerweile dazu führen, dass viele Markenauftritte zunehmend ähnlich wirken. Wer dem Einheitsbrei entgehen will, der gerade in vielen Branchen entsteht, braucht einen klar definierten, eigenständigen Rahmen.



Fazit


Starke Brand Guidelines sind das unsichtbare Rückgrat jeder Markenwahrnehmung. Und sie zahlen sich bereits ab dem ersten Wachstumsschritt aus.

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